REACH: Pflichten von nachgeschalteten Anwendern

20.05.2017

Das Sunset Date für Chromtrioxid (21.09.2017) rückt näher. Als Stoff, der in den Anhang XIV der REACH-Verordnung aufgenommen wurde, unterliegt Chromtrioxid in Zukunft der Zulassungspflicht, was auch neue Pflichten für die sogenannten nachgeschalteten Anwender, also z.B. Galvaniken und Formulierer mit sich bringt.

 

Ein Stoff kann unter REACH nach Durchlaufen ganz bestimmter Verfahren auf den Anhang XVII (Verzeichnis der Stoffbeschränkungen) oder über einen "Zwischenstopp" auf der Kandidatenliste (SVHC-Liste) auf den Anhang XIV (Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe) aufgenommen werden.

 

Anhang XVII: Falls sich ein Stoff in Anhang XVII befindet, sind die dort genannten Beschränkungen einzuhalten.

 

SVHC-Kandidatenliste: Falls ein Stoff als besonders besorgniserregend eingestuft wurde, dann muss für Gemische eine entsprechende Angabe des SVHC im Sicherheitsdatenblatt erfolgen. Kandidatenstoffe, die sich in Erzeugnissen mit einem Gehalt von > 0.1 Gew.-% und mehr als 1 Tonne pro Jahr und Produzent bzw. Importeur wiederfinden, unterliegen der Meldepflicht gemäß Artikel 7 Absatz 2. Die Verwendung des Stoffes ist damit der ECHA durch den Hersteller oder Importeur des Erzeugnisses mitzuteilen. Zusätzlich müssen nach Artikel 33 (Informationspflicht) ab einem Gehalt von 0.1 Gew.-% Informationen über den SVHC (mindestens Angabe des Namens) an die Kunden weitergereicht werden.

 

Anhang XIV: Ein Kandidatenstoff kann auch den Weg auf den Anhang XIV nehmen. Nach dem Sunset Date ist es nicht mehr gestattet, diese Stoffe ohne Zulassung in Verkehr zu bringen oder zu verwenden. Solange der Sunset Date noch nicht überschritten ist, gelten hier die Pflichten und Fristen, die auch die Kandidatenstoffe betreffen. Nach dem Sunset Date endet die Verwendung des zulassungspflichtigen Stoffes, wenn die EU-Kommission den Zulassungsantrag abgelehnt haben sollte. Ist die Entscheidung der EU-Kommission noch nicht gefallen, dann ändert sich für die Anwender zuerst einmal gar nichts. Es sind in diesem Falle die Pflichten und Fristen für SVHC zu befolgen, bis die EU-Kommission über die Zulassung entschieden hat. Ist der Sunset Date überschritten und die EU-Kommission hat einer weiteren Verwendung des Stoffes zugestimmt (d.h. die Zulassung ist somit erteilt), dann müssen die Anwender der Agentur innerhalb von drei Monaten nach der ersten Lieferung des Stoffes dessen Verwendung mitteilen (Notifikationspflicht gemäß Artikel 66). Die eigentliche Meldung zur Verwendung eines Anhang XIV-Stoffes bei der ECHA erfolgt über ein Webformular unter REACH-IT.

 

In der Regel können für Galvaniken nur die Informationspflicht gemäß Artikel 33 und die Notifikationspflicht gemäß Artikel 66 zum Tragen kommen. Die mit der Verwendung eines zulassungspflichtigen Stoffes geltenden Bedingungen bzw. Maßnahmen zum Schutz des Menschen und der Umwelt, die in der Zulassung angegeben sind, sind selbstverständlich immer einzuhalten.

 

Fazit: Die Galvaniken, die Chromtrioxid oder Chrom(VI)-haltige Zusätze im Einsatz haben, müssen eine Meldung zur Verwendung des Anhang XIV-Stoffes über ein Webformular unter REACH-IT bei der ECHA eigenständig und fristgerecht durchführen. Um diese Meldung vornehmen zu können, muss die Galvanik zuvor einen Firmenaccount ebenfalls unter REACH-IT bei der ECHA eingerichtet haben.