REACH: Borsäure bleibt zulassungsfrei

02.07.2017

Die Galvanobranche kann aufatmen: Borsäure wird bis auf weiteres nicht zulassungspflichtig. Die EU-Kommission hat die Entscheidung, Borsäure in den REACH-Anhang XIV (zulassungspflichtige Stoffe) aufzunehmen, vorerst aufgeschoben. Eine entsprechende Verordnung wurde am 14. Juni 2017 mit der EU-Verordnung 2017/999 veröffentlicht und tritt am 03. Juli 2017 in Kraft.

 

Borsäure wurde aufgrund seiner intrinsischen Eigenschaften am 18.06.2010 auf die Kandidatenliste aufgenommen und gilt zusammen mit anderen Boraten, wie z.B. Dinatriumtetraborat (wasserfrei), Dibortrioxid und Tetrabordinatriumheptaoxid-Hydrat als reproduktionstoxisch (Kategorie 1B). Deshalb sprach sich die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) am 01.07.2015 nach eingehender Prüfung für die Aufnahme von Borsäure auf den Anhang XIV der Reach-Verordnung aus.

Dieses Aufnahmeverfahren wurde nun bis auf weiteres gestoppt. Als Begründung führt die EU-Kommission die sehr vielfältigen Arten der Verwendung von Borsäure in unterschiedlichen Branchen des verarbeitenden Gewerbes an, welche zu hochkomplexen Zulassungsanträgen führen würden.

Hat die Kommission aus den Problemen mit der Autorisierung von Chromsäure vielleicht etwas gelernt?