Schlötter liefert Wasser für Tinten-Spiegelbilder

05.04.2018

Rund 20.000 Liter destilliertes Wasser werden täglich in der Osmoseanlage der Dr.-Ing. Max Schlötter GmbH & Co. KG hergestellt, die für die chemische Produktion benötigt werden. Im März 2018 kamen 400 Liter davon nicht in den Mischtanks der chemischen Fertigung zum Einsatz, sondern flossen stattdessen in die Tinten-Spiegelbilder der in Berlin lebenden Künstlerin Martina Schumacher, die in der Galerie im Alten Bau in Geislingen im Rahmen ihrer Ausstellung Räumliche Spiegelbilder gezeigt werden. Die Tinten-Spiegelbilder bestehen aus einer Gruppe von flachen, unterschiedlich geformten Stahlwannen, die mit Hunderten von Litern farbiger Tinte gefüllt sind. Bereits einige Tage vor der Ausstellungseröffnung am 18. März begann Martina Schumacher, die ebenerdig im Ausstellungsraum platzierten Wannen zu befüllen, um monochrome Wasserflächen in unterschiedlichen Farbtönen zu erschaffen, die Zimmerdecke, Besucher oder andere Objekte im Raum spiegeln. Für den Ausstellungsraum im Alten Bau, der von hölzernen Stützbalken durchzogen ist, ließ die Künstlerin eigens zwei mehr als zwei Meter hohe Glassäulen anfertigen, die sie mit grün und blau gefärbtem Wasser befüllte. Ein Betrachter, der in der Galvanotechnik zuhause ist, fühlt sich beim Anblick dieser Säulen unweigerlich in ein Chemielabor versetzt, da die beiden Glassäulen wie riesenhafte Reagenzgläser wirken. Auch das von Martina Schumacher gewählte Farbspektrum erinnert an die Galvanotechnik: Nickelelektrolyte sind moosgrün, während saure Kupferelektrolyten in einem satten Blau leuchten. So entsteht über die Faszination der Farben eine unerwartete Verbindung zwischen Kunst und Galvanotechnik.

Die Ausstellung Räumliche Spiegelbilder ist noch bis zum 15. April 2018, Di.-So. von 14-17 Uhr geöffnet. Städtische Galerie im Alten Bau, Moltkestraße 11, Geislingen an der Steige.