Grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Zinktrommelanlage für die MBO GmbH

12.03.2013

Seit einigen Jahren baut die MBO GmBH, eine 100%ige Tochter der Mühlbauer AG, die Oberflächentechnik am Hauptsitz im niederbayrischen Roding sukzessive aus. Neben der bereits bestehenden Eloxalanlage wurde in den letzten Jahren eine Zinkgestellanlage und 2011 eine Pulverlackanlage installiert.

Den nächsten Schritt bildete eine neue Zinktrommelanlage, mit deren Realisierung die Firma Schlötter beauftragt wurde. Die Projekterstellung, Vorplanung und Programmierung der Steuerung der Anlage erfolgten im Stammhaus in Geislingen. Die Detailplanung und Installation der Anlage vor Ort  übernahm die österreichische Landesniederlassung Schloetter Ges.m.b.H aus Salzburg.

Bevor die Bodentasse angelegt werden konnte, war ein Umbau der Halle in Roding erforderlich. Anschließend wurde die Portalkonstruktion aufgestellt. Das komplette Portal wurde vorab in der Pulverlackanlage der Firma Mühlbauer in den Firmenfarben lackiert.

Die Übergabe der betriebsbereiten Anlage und der Verfahrenschemie, die ebenfalls von Schlötter geliefert wird, erfolgte termingerecht Ende Dezember 2012.

Der Beladebereich befindet sich in der Mitte der Trommelanlage, um ausreichend Platz für die Durchfahrwege zu ermöglichen.

 

Maßgeschneiderte Anlagentechnik

Die Anlage zeichnet sich durch folgende Besonderheiten aus:

  • Die Anlage verfügt über zwei lasergesteuerte Umsetzer mit Tropfschalen.
  • Ware ohne Versiegelung wird in einem Airgenex-Trommeltrockner der Firma Harter getrocknet.
  • Zu versiegelnde Ware wird nass aus der Anlage gefahren und in einer Zentrifuge getrocknet und versiegelt.
  • Um die im Trommeltrockner getrocknete Ware nicht wieder zu befeuchten, wurden zwei getrennte Entladeschütten für Nass- und Trockenware installiert.
  • Die Position der Trockenentlade dient auch zum Befüllen der Trommeln über die Beladeschütte und Wiegeeinrichtung.
  • Die Anlage inklusive der Trockner wird vollständig über die betriebseigene Fernwärme geheizt.
  • Die Trommeln sind aus PE 1000-Kunststoff gefertigt, um eine möglichst lange Lebensdauer zu garantieren .
  • In der Anlage werden Passivierungen auf Basis von Chrom(III) und Chromatierungen auf Basis von Chrom(VI) eingesetzt. Die entsprechenden Spülbereiche sind anlagentechnisch komplett getrennt.
  • Um die Bedienung der Anlage zu vereinfachen, wurden die Ansatzbehälter für den sauren Zinkelektrolyten und die Entfettungen außerhalb des Gefahrenbereichs der Anlage aufgestellt. Der Ansatzbehälter für den sauren Zinkelektrolyten kann über die Fernwärme geheizt werden. Dadurch kann sowohl das Kaliumchlorid als auch die Borsäure gut gelöst werden.
  • Um die Reinigung der Zinkbäder zu vereinfachen, wurde ein Stapelbehälter für den kompletten Zinkelektrolyten aufgestellt.
  • Da die Anlage ebenerdig steht, wird das Abwasser über eine Pumpstation getrennt erfasst und in die entsprechenden Behandlungsbecken gepumpt.
  • Die Installation eines Ölabscheiders ermöglicht es, die Standzeiten der Abkochentfettungen zu verlängern
  • Der Ausgleich der Verdampfungsverluste der warm arbeitenden Bäder erfolgt automatisch in der nachfolgenden Kaskadenstufe.