Schlötter auf den ZVO-Oberflächentagen in Leipzig

27.08.2018

Reach, Leichtbau und E-Mobilität sind nur einige der Themen, die die Branche zur Zeit bewegen und in dem mehr als 90 Vorträge umfassenden Vortragsprogramm der ZVO-Oberflächentage (19.-21.09.2018) behandelt werden. Auch die Dr.-Ing. Max Schlötter GmbH & Co. KG ist in Leipzig sowohl mit einem Stand als auch mit mehreren Vorträgen vertreten, um einen Einblick in die aktuellen Forschungsschwerpunkte von Schlötter zu vermitteln:

 

Dr. Stefan Henne berichtet über die Gasphasenkonditierung von Kunststoffen mit Schwefeltrioxid, die seit über 20 Jahren in der Praxis angewandt wird, um Kunststoffe für die Metallisierung vorzubehandeln. Bisher konnte sich die Sulfonierung jedoch nur für einige Nischenanwendungen im Bereich von Sonderkunststoffen etablieren, obwohl eine Vielzahl von Kunststoffsorten mit ausgezeichneten Haftfestigkeiten beschichtbar ist. Die Sulfonierung bietet im Vergleich zur klassischen Chromsäurebeize, unabhängig von der drohenden Autorisierung durch REACH, weitere bedeutende Vorteile in Sachen Flexibilität, Energiekosten, Abwasserbehandlung und Arbeitsschutz, da sich die nachfolgenden Prozessschritte verkürzen lassen könnten. Der Vortrag soll die Gasphasenkonditionierung mit Schwefeltrioxid vorstellen und die weiteren Prozessschritte zur Kunststoffgalvanisierung erläutern. Neben Ergebnissen aus jahrzehntelanger Praxiserfahrung wird auch der aktuelle Entwicklungsstand präsentiert.

(Donnerstag 12.30 Uhr, Vortragsblock "Oberflächentechnik im Spannungsfeld von Leichtbauwerkstoffen")

 

Ralph Krauß präsentiert eine Neue Technologie für alkalische Zink-Nickel-Elektrolyte der Zukunft. Beim Betrieb eines alkalischen Zink-Nickel-Elektrolyten mit unlöslichen Anoden kommt es aufgrund der anodisch ablaufenden Teilreaktionen zwangsläufig zum Abbau der organischen Zusätze. Die organischen Additive können hierbei schrittweise bis zur Entstehung von Cyaniden oxidiert werden. Zudem besteht die Gefahr, dass die Stromausbeute durch Anreicherung von Abbauprodukten abnimmt und insgesamt die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens negativ beeinflusst. Durch entstehendes Cyanid wird ein Teil des Nickels im Elektrolyten zu einem äußerst stabilen Tetracyanonickelatkomplex überführt, der für die Abscheidung an der Kathode nicht mehr zur Verfügung steht. In dem Vortrag wird eine neue Generation von alkalischen Zink-Nickel-Elektrolyten vorgestellt, bei deren Einsatz deutlich weniger Cyanide entstehen als in herkömmlichen alkalischen Zink-Nickel-Systemen. Kern der Innovation ist eine neuartige Anode, die die Cyanidbildung bei der Zink-Nickel-Abscheidung weitgehend verhindert. Die neuen Elektrolytsysteme zeichnen sich durch eine bessere Stromausbeute, eine höhere Abscheidegeschwindigkeit, einen geringeren Bedarf an Verbrauchschemie und eine einfachere Abwasserbehandlung aus.

(Donnerstag 13 Uhr, "Vortragsblock Kathodischer Korrosionsschutz")

 

Vera Lipp referiert zusammen mit Jens-Uwe Riedel (Weidmüller Interface GmbH) und Manuela Klaus (Helmholtz-Zentrum Berlin) in einem dreiteiligen Vortrag über die Wasserstoffversprödung beim Beizen . Mit Hilfe neuer Untersuchungsmöglichkeiten soll der Frage nachgegangen werden, wie das Zusammenspiel zwischen Werkstoff, mechanischer Belastung und verfügbarem Wasserstoff zu einer ferigungsbedingten Wasserstoffversprödung des Bauteils führen kann. Der Vortrag beschäftigt sich sowohl mit modifizierten Prüfverfahren in der Bauteilverspannung als auch mit elektrochemischen Prüfverfahren und diskutiert die Bedeutung der heute verwendeten Modellprüfkörper und deren Prüfkörpereigenschaften am Beispiel von Wellensicherungsringen.

Die Anwendung der genannten Untersuchungsmethoden erfolgte auf einen Beizprozess. Beizprozesse sind elementarer Bestandteil in der Vorbehandlung von Beschichtungsprozessen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Vorbehandlung von höherfesten Stahlteilen ab einer Zugfestigkeit von 800 MPa zum Beispiel in Verzinkungsprozessen. In der Vergangenheit waren Anwender und Entwickler in der Bewertung der Wirkung von Beizprozessen auf ihre hausinternen Prüfvorschriften angewiesen. Dies stellte sowohl die Chemiefachfirmen als auch die Anwender vor die Herausforderung, eine gemeinsame Bewertungsbasis ihrer Produkte bzw. Prozesse zu finden. (Freitag 11 Uhr, 11.30 Uhr, 12 Uhr, Vortragsblock "Von der Prozessüberwachung zur Produktqualität").